Donnerstag, den 6. März 2008 19:59 Uhr

Green IT

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“Lange Zeit kostete nichts so viel Strom wie die Herstellung von Aluminium.” Und heute? Computer, viele davon: “Der Stromverbrauch aller Rechenzentren dürfte mittlerweile der Produktion des Vattenfall-Konzerns entsprechen, einem der größten Energieerzeuger der Welt.” (Die Zeit, 28.2.2008)

Aber das ist ja alles kein Problem, man hat die Probleme der Gegenwart erkannt und auf der CeBIT wird die Green IT zum Thema gemacht. Dann kann man ja entspannt aufatmen. Ende des Posts. Ganz so einfach ist es nicht und mit großen Erwartungen bin ich auf der CeBIT gestern ins Green-IT-Village gepilgert, hab’ mir den Green-IT-Guide geholt und in der Green-IT-Lounge geschmökert. Die erste Vorfreude ist aber schnell der Enttäuschung gewichen: Man stellt sich einen ganzen Marktplatz visionärer Konzepte vor. Statt dessen der übliche Einheitsbrei mit nem Bambus und schönen Flyern.

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Damit wir uns richtig verstehen: Ich bin ja froh, dass überhaupt was passiert und sich jemand des Themas annimmt. Und es ist ja auch legitim und gut, dass sich Unternehmen selbst loben, die was für die umweltfreundliche IT tun. Würden wir bestimmt auch machen, wenn wir gerade ein paar tausend Server umgerüstet hätten. Soweit ich das beurteilen kann, geht da Strato eigentlich einen ganz guten Weg. Nach 18 Monaten hat das Unternehmen nach Angaben von Damian Schmidt, Vorstandsvorsitzender, eine Stromeinsparung von 30 Prozent geschafft. Scheint sich zu rechnen, klingt also sinnvoll, aber bei 30.000 Servern, sagt Schmidt, hätte man natürlich auch eine ganz ordentliche Einkaufsmacht und könne bestimmen, welche Komponenten zB verbaut werden.

Und die anderen? Die können natürlich auch was tun, energiesparende Rechner gibt es ja, auch dann, wenn man sie nicht selber zusammenbauen möchte/kann. Und die Gebäude, meint Schmidt, da ginge einiges bei der Konzeption. Woher weiß ich das alles? Aus der Green-IT-Broschüre natürlich, die ich, s.o., ja in der Green-IT-Lounge zur Hand nehmen konnte. Aber um dem Ärger nochmals Luft zu machen: Viele/Manche tun was, andere inszenieren sich ganz gut, aber nix dahinter. Das nervt.

Aber was soll man auch machen, ganz ehrlich. Wer was tut, wird geschimpft. Die Zeit: “Gemeinsam mit Intel leitet Google die Initiative Climate Savers, die den Energiehunger von Computern bis 2010 um die Hälfte drücken will. Zudem will der Suchmaschinenkonzern daran arbeiten, erneuerbare Energien eines Tages billiger als Kohlestrom zu machen. Wir kümmern uns um die Zukunft, lautet die Botschaft. Aber was ist mit der Gegenwart?” Klingt nach einem moralischen Appell, doch was soll denn jetzt die Handlungsanweisung sein - soll Google jetzt etwa alle bestehenden Rechenzentren auflösen und wir suchen einfach mal ne Zeit mit wem anders? Come on, dann doch lieber Geld dafür ausgeben, dass in der Zukunft alles ökologisch besser verträglich ist! Alles andere halte ich für massiv unrealistisch – oder denke ich da zu kompliziert?

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Ich glaube, dass das Umdenken schrittweise kommen muss. Vor allem aber kann man den Großen ja schlecht den schwarzen Peter zuschieben und sich bei der eigenen Rechnerinfrastruktur nur müde am Kopf kratzen. Doch habe ich zumindest in der vielzitierten Broschüre gesehen, dass es ja einige Ansätze gibt, die auch für Privatanwender sinnvoll und sogar ziemlich spannend sind. Das “Eco Book” von Asus zum Beispiel, mit einer Ummantelung aus Bambus. Und Lenovo hat den “ThinkCentre A61e” im Programm, zu 90 Prozent aus wiedervewendbaren Materialien gemacht.

Dann wird ja doch alles gut. Aber wer hilft uns denn jetzt verdammt nochmal, eine vernünftige und umweltfreundlichere, weil wirklich 100% nachhaltige, Dose zu machen? Es muss doch auch andere geben, die so etwas wollen!!! Aber bei den Herstellern heißt es immer, kein Interesse. Und nein: Man kann nicht einfach Pappe nehmen, da kommt zu viel durch. Muss man sich was einfallen lassen. Wer kann helfen?

Quellen wie gesagt Die Zeit vom 28.2. und green-ITGuide, CeBIT 2008.

Kommentare

  1. DukeAustria

    Also bei 30.000 Servern kann man den Strompreis ganz sicher ein wenig verhandeln :)

    Das Problem bei den Servern ist halt schon, dass die durch die ganze erforderliche Redundanz (doppelte Netzteile, mehrere Lüfter je Gehäuse, mehrere Festplatten für RAID usw. einfach deutlich Strom fressen. Wo soll man denn da einsparen, frage ich mich. Wir sind selbst Provider und haben über 2000 Server. Sicher würden wir Strom sparen, wenn wir nur mehr 1 Netzteil, 1 Festplatte usw. je Server einbauen würden. Aber dann würde uns der Großteil unserer Kunden davonlaufen, weil wir nicht mehr das anbieten können das wir versprechen. Und genau das ist der Punkt, finde ich. Vielleicht nehmen wir ja mal einen “BIO-Server” in unser Portfolio auf, der wirklich nur ein Drittel an Strom verbraucht, aber halt auf Kosten der Performance und Stabilität, wodurch auch der Wartungsaufwand nach oben geht - aber ob das dann der Kassenschlager wird… Ist aber nicht uninteressant, ich werde das intern bei uns einmal ansprechen… :)

  2. Matthias

    Also das Green-IT-Village war wirklich enttäuschend.
    Hatte mir da erhofft, dass einige Hersteller innovative Produkte präsentieren… Ein auf den Boden gepinselter Baum rechtfertigt diesen Namen auf jeden Fall nicht.

    Und noch ein Danke möchte ich an Hubertus loswerden, der am 8.März nochmal auf der Debit war und im “Neugründungs-Workshop” Frage und Antwort stand! War wirklich sehr interessant!

  3. Cedric

    Hallo zusammen.

    Ich war bis gestern Abend (also bis zum Abbau) auf der Cebit und ich muss sagen, viele atemberaubende Innovationen gab es dieses Jahr nicht.

    Was ich jedoch erstaunlich fand, war die Tatsache, dass viele Dinge von der letzten Cebit dieses Jahr an den meisten Ständen vertreten waren. So zum Beispiel die übergroßen Bildschirme. An fast jedem Stand gab es dieses Jahr davon welche.

    Am Stand von NRW haben die diesmal sogar völlig auf Beamer verzichtet und stattdessen einen Bildschirm von Panasonic benutzt, der bei den Maßen anderer Leinwände locker mithalten konnte… Sehr faszinierend.

    Auch diese neuen LED-Gitter scheinen im Kommen zu sein. Jeder zweite Stand besaß inzwischen so eine LED-Wand auf der Animationen abgespielt wurden.

    Ein Trend, den wir dieses Jahr wohl verstärkt mitbekommen werden ist: MultiTouch. T-Mobil hatte mit dieser Technik gleich eine ganze Wand eingerichtet um die neuen Services zu präsentieren.

    Aber jetzt mal zum Thema: Green IT
    Green IT ist der Megatrend der Cebit 2008 - Ich habe mit einigen Verantwortlichen der beteiligten Unternehmen gesprochen und wir werden wohl noch viel von diesem Thema zu hören bekommen.

    Wenn unsere Idee zu dem Thema spruchreif ist, melde ich mich noch mal. :-)

    Schöne Grüße aus Köln,
    Cedric

  4. max

    Hey Cedric,
    aber große Bildschirme? Ich möchte doch auf so einer Messe wirklich die Zukunft sehen, 3-D-Fernseher, Hologramme, was weiß ich. Alles andere ist doch langweilig, Mut zur Zukunft wäre schön. Und Green IT? Klar ist das ein Trend. Aber wenn man das schon 2008 zum Leitthema der Cebit erklärt, dann wäre es doch toll, man würde auch mehr davon zeigen.

  5. NEO Magazin - Green IT neuer Trend mit einspar Potenzial

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